Welche Themen waren diese Woche am Finanzmarkt relevant?
- Ares
- Apollon
- Artemis
Ares
Die griechische Mythologie ist voll von Inzucht, hoher Gewaltbereitschaft, willkürlichen und moralisch zweifelhaften Göttern. Mit einem Schicksalsglauben, der eine fehlende Selbstbestimmung attestiert. Die Moiren bestimmen das Leben. Gerade in Zeiten von Kriegen und heftigen Preisbewegungen von Gütern des täglichen Bedarfes fühlen sich auch aktuell viele dem Schicksal ausgeliefert. Götter und Güter haben damit mehr gemeinsam als man denkt. Götteroberhaupt Zeus zum Beispiel hatte mit seiner Gattin, die nebenbei erwähnt auch seine Schwester war, vier Kinder. Darunter auch Ares, der Kriegsgott. Und wie es wohl von einem Andersgeschwisterkind kaum anders zu erwarten war, war er besonders brutal mit Blutbädern und Massakern. Was Ares alles anrichten kann, erleben wir aktuell im Nahen Osten oder vor unserer Haustüre in der Ukraine. So ist es nicht verwunderlich, dass auch diese Woche nur ein bestimmendes Thema die Börse beeinflusst hat: Wie lange dauert der Krieg im Nahen Osten und was macht der Ölpreis daraus? Signale von schnellem Kriegsende beflügeln die Börsen wie zu Wochenbeginn. Und Trumps Rede Mitte der Woche, mit der Botschaft, dass es erst einmal weitergehen wird, besorgt wieder das Gegenteil. Auch der Kriegsgott aus den USA herrscht eben mit viel Willkür und oft moralisch zweifelhaften Begründungen. Die Gewaltbereitschaft allerdings ist auch für viele Amerikaner neu. Nur die Inzucht, die konnte man ihm bisher nicht nachsagen.
Apollon
Göttervater Zeus hatte aber auch außereheliche Kinder, wie zum Beispiel Apollon, den er mit seiner Geliebten Leto gezeugt hat. Frisches Genmaterial erzeugte sofort bessere Ergebnisse. Apollon steht für Licht, Heilkunst und Weissagung. Das passt doch hervorragend in diese Woche. Der Lichtblick ist die robuste Verfassung der amerikanischen Wirtschaft. US-Konsum, Jobs und globale Industrie halten sich trotz Ölpreisschock stabil. Die Heilkunst zeigt sich beispielsweise in Form der Pfizer Aktie, die diese Woche ein neues Jahreshoch erklommen hat. Man sieht aktuell sehr schön die Branchenrotationen innerhalb der Börsenindizes, die sich in Verlierer und Gewinner der aktuellen Krise aufteilen. Und die Weissagung, die Apollon zugeschrieben wird, ist quasi das täglich Brot der Börsenberichterstatter, die aktuell Hochkonjunktur haben. Anleger lechzen nach Einordnung der aktuellen Lage und nach Prognosen für ihre Anlagen. Im Prinzip könnten sie aber auch einfach Pfeile schießen auf eine Zielscheibe, denn Apollon ist auch der Gott des Bogenschießens. Apollon hatte übrigens auch noch eine Schwester, die diese Woche zu einer besonderen Bedeutung kam:
Artemis
Artemis ist die Göttin der Jagd, des Waldes und der Frauen und Kinder. Aber vor allem ist sie die Göttin des Mondes, weshalb die in dieser Woche erfolgreich gestartete Artemis-II-Mission wieder Menschen in Richtung Mond befördert. To the moon möchte es auch Elon Musk mit Space X schaffen und hat kurzerhand diese Woche seine Unterlagen für den Börsengang seines Unternehmens eingereicht. Dieser gewaltige Börsengang wird ein „Man on the Moon Moment“ für die Börse werden. Bis dahin müssen Sie sich aber noch mit der Artemis Mission zufriedengeben. Immerhin können Sie mit der Apple Vision Pro den Start als immersives Video miterleben. Apropos Apple. Das Unternehmen feierte diese Woche sein 50-jähriges Bestehen. Die Reise dieses Unternehmens durch das Börsenuniversum glich auch einer Mondmission mit sehr erfolgreicher Landung im Börsenolymp. Womit wir wieder in der griechischen Mythologie gelandet sind. Ich möchte mit einem Zeus Zitat aus Homers Odyssee schließen: „Ach, wie geben doch die Menschen den Göttern die Schuld! Von uns sagen sie, das Übel komme, doch sie selbst bringen es durch ihre Verblendung über sich.“
Ihr Volker Schilling